„Windeck Hilft!“ e.V. – ein Vorzeigemodell für gelingendes Ehrenamt in Windeck
Zur Historie: Schon 1998 war es Menschen in Windeck wichtig, hilfsbedürftigen Mitbürgern eine Entlastungsmöglichkeit in Form von Lebensmitteln anzubieten.
Aus der „Lebensmittelausgabe Rosbach“ wurde 2003 „Die Tafel“ im Verbund mit der Nachbargemeinde Eitorf. In 2016 trennten sich die beiden Standorte und seitdem gibt es den Verein „Windeck Hilft“ unter dem Dachverband Deutsche Tafel e.V.
Soweit der nüchterne Rahmen, der seitdem mit viel Engagement, Herzblut und harter Arbeit mit Leben gefüllt wird.
Derzeit arbeiten 37 ehrenamtliche Frauen und Männer Hand in Hand dafür, dass 120 Kundinnen und Kunden versorgt werden können. Unsere Fahrer holen, teils mit Kühlwagen, die Lebensmittel bei den Geschäften ab und bringen sie ins Gebäude von Windeck Hilft e.V. in Rosbach, Pfarrer-Stiesch-Platz 3. Am Montag wird die Ware dort geprüft, sortiert und für die Lebensmittelausgabe vorbereitet. Keine leichte Arbeit und die strapazierfähigen Schürzen sind beim Sortieren von Obst und Gemüse durchaus angebracht. Leider sehen einige Spender die Tafel immer noch als erweiterte Abfalltonne an.
Die so vorbereitete Frischware wird in Auslagekisten für die Ausgabe am Dienstag bereitgestellt. Um 8.30 Uhr öffnen sich die Türen für 60 Kunden. Im Büro erfolgt eine kurze Überprüfung der Bezugsberechtigung, es wird ein kleiner Eigenanteil erhoben und eine Nummer vergeben. So erhält die Ausgabe eine hilfreiche Struktur und die Kunden können sich im „Café“ im 1. Stock aufhalten, etwas trinken, bis ihre Nummer aufgerufen wird.
Die Frauen haben zwischenzeitlich die ersten speziell dafür geeignete Klapp-Stapelkisten gefüllt, aus denen der Kunde sich alles einpacken kann, was er braucht. Immer dabei sind Grundnahrungsmittel, Konserven, Milchprodukte, Obst und Gemüse und Backwaren. Dabei wird auch auf die familiäre Situation der Kunden geachtet. Gehören Kinder zu der Familie, gibt es immer ein paar Süßigkeiten extra oder ein Glas Schokoladenaufstrich.
Am nächsten Dienstag kommt dann die zweite Hälfte der registrierten Kunden zur Ausgabe. So ist sichergestellt, dass alle 120 Kunden zweimal im Monat versorgt werden können.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit von Windeck Hilft ist das „Sozialkaufhaus für alle“ im Maueler Weg 10. Hier kann jeder am Donnerstag (15 -18 Uhr) und am Samstag (9.30 -12.30 Uhr) nach Herzenslust stöbern. Haushaltswaren, Elektroartikel, Tisch- und Bettwäsche, Möbel und vieles mehr -mit viel Einsatz bei Spendern abgeholt, oftmals aufgearbeitet und ansprechend dekoriert- erwarten die Kunden. Das Sozialkaufhaus wird sehr gut angenommen.
Zusätzliche Aktivitäten im Jahresablauf sind die Teilnahme am Martinsmarkt mit einem Verlosungsstand und dem Angebot von Kaffee und selbstgebackenem Kuchen. Die nun schon zur Tradition gewordene „Wunschbaumaktion“ im Advent liegt uns sehr am Herzen. Hier sorgen Unternehmen und alle, die einen Wunschbaum bei sich aufstellen mit einer „Patenschaft“ dafür, dass alle Kinderwünsche erfüllt werden können. Es ist jedes Jahr aufs Neue ein überwältigendes Gefühl der Dankbarkeit für diese solidarische Gemeinschaftsleistung.
Miete, die Fahrzeuge mit allen Betriebskosten, Versicherungen, Strom und Heizung – das sind die größten „Brocken“ der ständigen Kosten, um eine Lebensmittelhilfe überhaupt anbieten zu können. Darüber hinaus müssen immer wieder Grundnahrungsmittel dazugekauft werden. Wir sind unendlich dankbar, dass wir einen festen Stamm von Unterstützern haben, die unsere Arbeit mit einem Dauerauftrag wertschätzen. Aber auch unsere Kirchengemeinden, Unternehmen, Banken und nicht zuletzt unsere Vereine motivieren uns durch ihre finanziellen Hilfen. Hier einzelne Spender zu nennen verbietet sich, aber an dieser Stelle einmal von Herzen Dank sagen zu können, tut uns gut!
Mit ihrer aller Hilfe können die Ehrenamtlichen von „Windeck Hilft e.V.“ Woche für Woche Not lindern oder auch nur den Alltag von 120 Kunden ein wenig erleichtern.
„Windeck Hilft“ e.V. ist mit seinem Arbeitsvolumen, seiner notwendigen Logistik, der Aufgabenfülle und der unverzichtbaren Vernetzung längst dem Ehrenamt entwachsen, eher schon das sprichwörtliche „kleine Familienunternehmen“. Umso dankbarer sind wir, dass unsere langjährige Vorsitzende, Frau Gitta Wiens, sich dieser Herausforderung mit vollem Einsatz stellt. Sie knüpft und pflegt Kontakte zu möglichen Unterstützern, aber auch zu anderen Tafeln und zum überregionalen Lager in Siegen, wo wir oft einen Anteil von Sachspenden großer Unternehmen abholen können. Sie ist eine Meisterin im Ausfindigmachen von „Geldtöpfen“, bei denen wir uns um Hilfe bewerben. Das Dickicht der Vorschriften, mit dem jeder Verein heute zu kämpfen hat, bürdet auch unserer Vorsitzenden eine zusätzliche Last auf. Ihr zur Seite steht unsere zweite Vorsitzende, Frau Monika Zieren, deren Arbeitsschwerpunkt und Herzensanliegen das Sozialkaufhaus ist.
Gehen Sie doch einmal hin – Sie werden es spüren!
An dieser Stelle müsste jede Frau, jeder Mann, müssten alle, die Woche für Woche großartige ehrenamtliche Arbeit leisten, namentlich genannt werden. Und ihre Namen müssten mit einem leuchtenden „Sternchen“ geschmückt werden für ihr Durchhalten und ihren Einsatz für das Anliegen der Tafel.
Ganz sicher haben unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter von „Windeck Hilft! e.V.“ sich irgendwann gefragt: „Wo braucht es meinen Einsatz an dem Ort, an dem ich lebe?“
Wäre das vielleicht auch eine Frage für SIE?
Für den Vorstand: Marlene Gauß




