Die Asiatische Hornisse
Information für Windeck
von
Bürgermeisteramt und Bienenzuchtverein Windeck e.V.
Aktuell wurde viel in den Medien über die Asiatische Hornisse (Vespa Velutina) informiert.
Sie ist eine invasive Art, die sich in den letzten Jahren über Westeuropa ausgebreitet hat. Im letzten Jahr wurden erstmals Tiere und Nester in Windeck entdeckt.

Asiatische Hornisse
(Bildquelle: Wikipedia)

Europäische Hornisse
(Bildquelle: Wikipedia)
Wichtig ist die Fähigkeit zur Unterscheidung der Hornissenarten: Vespa Velutina ist eher etwas kleiner als die heimische Art. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal ist der anders gefärbte Hinterleib (überwiegend schwarz mit markanter gelber Binde ganz hinten). Die europäische Art hat mehrere gelbe Binden mit schwarzen Punkten. Heimische Wespen und Hornissen sind nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt und Nester dürfen nur in Ausnahmefällen beseitigt werden.
U.a. folgende Probleme ergeben sich durch die neue Spezies:
a) Die Biodiversität verändert sich und heimische Arten werden verdrängt.
b) Die Asiatische Hornisse hat ein anderes Jagdverhalten als die europäische. Sie räubert gezielt an Bienenstöcken, so dass diese nicht mehr ausfliegen und die regulären Abläufe gestört sind.
c) Sie verteidigen wehrhaft ihre Nester, reagieren bei Störung aggressiver. Einzelne Tiere sind hingegen nicht gefährlicher als andere Wespen und Hornissen.
Eine vollkommene Zurückdrängung ist nicht mehr möglich, aber Eindämmung bzw. Begrenzung der Völker ist in jedem Fall notwendig. Das Land NRW hat hierzu ein Förderkonzept entwickelt, das die Ausbildung von Sachverständigen unterstützt, die Anschaffung von Schutzausrüstungen und Technik für die Entfernung von Nestern finanziert, sowie Prämien für die konkrete Beseitigung von Nestern durch Fachpersonal vergibt.
Die Gemeinde Windeck und der Bienenzuchtverein Windeck e.V. bemühen sich derzeit um die Ausbildung von Mitarbeitern bzw. bereitwilligen Imkern. Zur Zeit wird auf die Angebote der Fachverbände gewartet. Die Anschaffung von Materialien ist dann ein zweiter Schritt. Wichtig vor der eigentlichen Nestbekämpfung sind auch das richtige Erkennen und die Ortung der Nester. In der Zwischenzeit besteht aber bereits der Kontakt mit speziell geschulten Schädlingsbekämpfern, die im Bedarfsfall Nester entfernen können. Dies gilt vor allem an sensiblen Orten wie Kitas oder
Bushaltestellen. Für die Nestbekämpfung auf privatem Gelände durch fachlich geschultes Personal sollen Prämien zur Verfügung stehen. Ob diese aber tatsächlich umfassend und langfristig greifen, ist aufgrund begrenzter Mittel fraglich.
Bis Ende April entdeckt man junge Königinnen, die den Winter allein und zurückgezogen überstanden haben und nun nach einer geeigneten Stelle für ihr Nest sucht. Hier macht die Tötung des Individuums großen Sinn, da ein Nestbau verhindert wird. Bis zum August vermehrt sich die Asiatische Hornisse in sogenannten Primärnestern, die sich in meist greifbarer Höhe befinden. Danach zieht sie in meist große Höhe und bildet große sog. Sekundärnester aus, in denen die Königinnen für das nächste Jahr aufgezogen werden. Auch wenn diese einen Durchmesser von 60 bis 80 cm erreichen, sind sie meist im Blätterwerk versteckt. Diese Sekundärnester zu finden und zu entfernen, ist sehr aufwendig. Daher ist es hilfreich, wenn in der kommenden Zeit bis zum Spätsommer die Primärnester von Fachkräften entfernt werden.
Liebe Bürgerinnen und Bürger, hier sind wir auf Ihre offenen Augen und Ihre Mithilfe angewiesen:
Sichtungen von einzelnen Tieren oder auch Nestern sind dem Amt für Umwelt und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises (Untere Landschaftsbehörde) zu melden (Naturschutztelefon). Um aber unmittelbarer reagieren zu können, bieten wir folgende Email-Adresse zur Meldung von Sichtungen an:
hornissen-info@bienenzuchtverein-windeck.de
Die Meldung wird dann an den Kreis weitergeleitet. Aber möglicherweise ergibt sich so vor Ort eine schnellere Reaktion durch Information, Beratung, Hilfestellung, Nesterordnung oder Weiterleitung an andere Zuständigkeitsstellen. Die Unterstützungsmöglichkeiten müssen sich noch etablieren, aber wir hoffen auf baldigen Fortschritt.
Aufgrund der jahreszeitlichen Aktualität sei ergänzt: die Email-Adresse kann auch genutzt werden, wenn ein Bienenschwarm gesichtet wird. Hier kann ein Imker sicherlich kurzfristig einschreiten.











